Rechenschaft ablegen
Max - 10. Mai 2012 - Allgemein | 5 KommentareEineinhalb Jahre Arbeit nach dem Wechsel: Rechenschaft ablegen
von Dr. Thomas Hartung
Vor eineinhalb Jahren habe ich etwas getan, was mir sehr schwer gefallen ist: ich bin von der Linkspartei in die SPD gewechselt. Was ist seither passiert?
Ich war 2009 von den Weimarern in den Landtag gewählt worden, als Direktkandidat der Partei »Die Linke«, aber gegen den Willen der Parteiführung. Doch bei der Wahl setzten sich die Weimarer Bürger gegen die Erfurter Parteifunktionäre durch.
Weshalb wollte ich in den Landtag? Seitdem ich als Arzt arbeite, muss ich Erfahrungen sammeln, die mir klar gemacht haben, dass sich in unserem Gesundheitswesen vieles ändern muss. Wir brauchen gute Konzepte, die im wirklichen Leben mit richtigen Menschen funktionieren. Und diese Konzepte müssen solidarisch und gerecht sein. Das wollte ich erreichen, deshalb bin ich 2001 Mitglied der PDS geworden. Nach acht Jahren ehrenamtlicher Arbeit haben mich die Mitglieder der Linkspartei 2009 zum Weimarer Direktkandidaten für den Landtag gewählt, gegen den Widerstand der Parteifunktionäre, für die ich nicht genug »Stallgeruch« versprühte.
Dann, nach einem Jahr, bin ich aus der Linkspartei ausgetreten und in die Fraktion der SPD gewechselt. Warum? Diese Frage wird mir oft gestellt, zu Recht. Die Führung der Linken hat meine Arbeitsmöglichkeiten als Gesundheitspolitiker massiv eingeschränkt. Es wurde ein Gesundheitsreform-Konzept durchgepeitscht trotz meiner Mahnungen, dass es nicht realistisch ist und den Menschen nicht helfen würde. Auch sollte ich beim Nichtraucherschutzgesetz für ein totales Rauchverbot eintreten, obwohl ich es für falsch halte, die Menschen zu ihrem Glück zu zwingen. Es folgten unberechtigte Vorwürfe in der Öffentlichkeit und ein Parteiausschlussverfahren.
Sollte ich nun aufgeben, mich mundtot machen lassen? Die Diäten kassieren und untätig sein, anstatt meinen Wahlauftrag zu erfüllen, anstatt etwas für eine bessere Gesundheitsversorgung zu tun und für die Interessen der Weimarer?
Genau diese Möglichkeiten bot mir die SPD-Fraktion, deshalb wechselte ich im August 2010. Ich wurde Gesundheitsexperte der SPD-Fraktion, auch zuständig für die Hochschul- und Wissenschaftspolitik. Plötzlich hatte ich viel zu tun:
► Für den Landeskrankenhausplan habe ich einen sinnvollen Kompromiss vermittelt.
► Ich habe auf die Nöte von Asylbewerbern aufmerksam gemacht, die in vielen Orten bisher keine richtige Zahngesundheitsversorgung bekommen hatten, was jetzt per Anweisung der Landesregierung korrigiert wurde.
► Ich setze mich für engagierte Hausärzte ein, die dafür bestraft werden sollen, dass sie „zu viele“ Patienten behandelt haben sollen, anstatt sie abzuweisen.
► Beim Haushalt 2012 konnte ich eine Aufstockung der Landesmittel für das Thüringer Studentenwerk erreichen, außerdem wurde bei der Bundesregierung eine BAFöG-Erhöhung eingefordert.
► Besonders wichtig für Weimar: Die SPD hat eine dauerhaft bessere Finanzierung des Deutschen Nationaltheaters durchgedrückt.
War das richtig? Bitte helfen Sie mir und sagen Sie mir, was Ihnen nicht gefällt und was ich für Sie und für Weimar im Landtag noch tun kann. Besuchen Sie mich in meiner Bürgersprechstunde oder schreiben Sie mir:
► mail@thomas-hartung.info
Ich freue mich, von Ihnen zu hören!







