Flüchtlingsgutscheine leerkaufen: Konkrete Hilfe gegen Ausgrenzung
pcd - 6. Februar 2012 - Allgemein | Noch keine Kommentarevon Pierre C. Deason-Tomory
Flüchtlinge in Thüringen bekommen monatlich 167,70 Euro, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Von diesem Betrag werden ihnen aber nur 40,90 Euro in bar ausbezahlt, den Rest erhalten sie in Form von Gutscheinen, die nicht überall als Zahlungsmittel anerkannt werden.
Noch wichtiger: Das Bargeld reicht bei weitem nicht aus für die Ausgaben, die nicht mit den Lebensmittel-Gutscheinen beglichen werden dürfen, wie Anwaltsrechnungen, Busfahrkarten, oder ein Spielzeug fürs Kind. Dieses System ist für die Betroffenen demütigend und vielen Händlern zu bürokratisch. Deshalb drängen politische Gruppen wie wir, Flüchtlingsorganisationen und die Kirchen die Landesregierung, das entsprechende Landesgesetz zu ändern: Bargeld statt Gutscheine.
Bis das – hoffentlich – passiert, können wir als Bürger das Gutscheinsystem unterlaufen, indem wir Flüchtlingen die Gutscheine abkaufen und mit ihnen unseren Lebensmitteleinkauf bezahlen. Das geht im Ladenlokal der „neuen linken“ zu den regulären Öffnungszeiten (Montag und Donnerstag 9 bis 14 Uhr und Dienstag 14 bis 19 Uhr ). Auch an diesen Stellen können Sie Gutscheine erhalten: besetztes Haus Gerberstraße 3, Katholisches Pfarramt Herz Jesu (Paul-Schneider-Straße), Kirchenladen am Herderplatz, Evangelisches Gemeindezentrum (Moskauer Straße) und im Weltladen (Windischengasse).
Das kostet Sie übrigens keinen Cent: Sie können mit den Gutscheinen in vielen Kaufhallen Lebensmittel bezahlen wie mit Bargeld. Und die Erfahrung machen, wie sich das anfühlt, mit Gutscheinen an der Kasse zu stehen….
(Artikel der Fraktion für den Rathauskurier vom 11. Februar 2012)






